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Zehenthof und Zehentkeller

Das Stift Passau war (mit Melk, Göttweig,...) eines der ersten ältesten christlichen Zentren, von denen aus einerseits die Christianisierung und andererseits die wirtschaftliche Eroberung des Donau Raumes in NÖ erfolgte.

Die Klöster waren nicht nur Glaubens-Kunst-Forschungs-Kulturmittelpunkte, sondern besonders auch Wirtschaftshöfe, die ganz nach kaufmännischen und rechnerischen Überlegungen geführt wurden.

Dazu gehörten „Zehenthöfe“ oder „Lesehöfe“, in denen die Natural-Abgaben der jeweils (zuge)hörigen Bauern gesammelt wurden.

Solche „Zehenthöfe“ finden sich in allen landwirtschaftlichen genutzten Gebieten, vor allem in den Weinbauzonen, wo während der Lese genau festgesetzte Anteile an Weintrauben von den Bauern hingeführt wurden.

Dass es aber mit dem Liefern der Trauben nicht getan war, sondern die Trauben gepresst, der Wein vergären musste, lässt uns den Begriff des „Zehentkellers“ verstehen.


Im Haus Fels, St. Urbanstraße 1, hat die Bezeichnung „Zehentkeller“ nicht überlebt, trotzdem aber scheint die Verbindung Lesehof – Zehentkeller unbedingt notwendig gewesen zu sein!

Eine Tatsache, die für die Existenz eines „Zehentkellers“ spricht ist die Größe und vor allem die Lage des zum Haus Fels gehörigen Weinkellers.

Vor dem Um- und gewaltigen Ausbau des Weinkellers durch Hrn. Dipl. Ing Schuh (Großvater von Gernot Wagner), in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, lag der Eingang des Kellers (und somit das Presshaus) straßenseitig, also eine zentrale, für die Anlieferung der Trauben äußerst günstige Lage. (Im Jahr 2007 wurde dieser alte Eingang durch Hrn Gernot Wagner wieder „in Betrieb“ genommen).

 

 

Aktuelle Fotos vom Keller sind unter "Das Leben bei uns" - "Der Weinkeller" zu finden.

 

created by Cornelia Ettenauer


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